Worin unterscheidet sich das Darlehen von einem Konsumkredit?

Oft spricht man bei höheren Summen oder längeren Laufzeiten von einem Darlehen. Auch bei Immobilienfinanzierungen wird dieser Begriff gerne verwendet.

Doch was unterscheidet eigentlich ein Darlehen von einem Konsumkredit?

Im Schweizer Recht sind sowohl der Darlehens- als auch der Konsumkreditvertrag im Obligationenrecht bzw. in den dazugehörigen Nebenerlassen geregelt. Das Darlehen als Sonderfall der Leihe kann entgeltlich (gegen Leistung eines Zinses) oder unentgeltlich (zinsfrei) gewährt werden. In der Regel wird beim Darlehen die Auszahlung einer Geldsumme unter gleichzeitiger Verpflichtung zur Rückzahlung vereinbart, wobei auch andere vertretbare Sachen (z. B. Wertpapiere oder in Serie hergestellte Neuwaren) Gegenstand des Darlehens sein können. Bei Privatleuten ist ein Darlehen nur dann verzinslich, wenn Zinsen verabredet wurden. Im kaufmännischen Verkehr wird jedoch davon ausgegangen, dass Zinsen zu zahlen sind. Ausserdem ist es möglich, ein Darlehen ohne bestimmte Dauer abzuschliessen. Ein solches Darlehen ist innerhalb von sechs Wochen nach der ersten Aufforderung zurückzuzahlen.

Konsumkredite sind eine besondere Form der Finanzierung. Als solche gelten neben Darlehen auch Zahlungsaufschübe und andere Finanzierungshilfen, wozu auch Leasingverträge oder der Gebrauch von Kredit- und Kundenkarten gehören. Ein Merkmal des Konsumkreditvertrags ist, dass der Kreditgeber derartige Konsumkredite gewerbsmässig (im Sinne der Ausübung einer geschäftlichen Tätigkeit) vergibt und die Konsumenten – als solche gelten nur natürliche Personen – den Kredit für einen Zweck abschliessen, der nicht einer beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit zugerechnet werden kann.
Selbst wenn die vorstehend genannten Voraussetzungen erfüllt sind, liegt in folgenden Fällen kein Konsumkredit vor:

  • Kredite, die grundpfandgesichert sind (Hypotheken)
  • Kredite, die durch ausreichende Vermögenswerte abgesichert sind (Pfandleihe)
  • Zinsfreie Kredite
  • Kredite von weniger als 500 Franken oder mehr als 80 000 Franken
  • Kredite, die in höchstens drei Monaten zurückgezahlt werden müssen

Bei Konsumkrediten werden die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Konsumkredit und die darin enthaltenen zwingenden Bestimmungen sowie Vorgaben zur Verhinderung der Überschuldung des Konsumenten angewendet.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Darlehensvertrag und der Konsumkreditvertrag keine gegensätzlichen Rechtsbegriffe sind. So kann ein Darlehen als Konsumkreditvertrag qualifiziert werden, sofern die vorstehend genannten gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
 

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